Sunday, September 15, 2013

EU-Projekt widmet sich der Migrationsgeschichte aus dem Alpenraum / Die Schwabenkinder – Arbeit in der Fremde (BILD)



Wolfegg (ots) – Es waren die Zeiten bitterer Armut, die viele Bewohner aus dem deutschsprachigen Alpenraum ber Jahrhunderte hinweg dazu zwangen, ihren Broterwerb in der Fremde zu suchen. Im 19. Jahrhundert erlebte das “Schwabengehen” seinen Hhepunkt – die Not war so gro, dass selbst Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren ber den Sommer ins Schwabenland und das nahe Allgu verschickt wurden. Zu Tausenden zogen sie vornehmlich aus den rmsten Bergregionen Vorarlbergs, Sd- und Nordtirols, der Schweiz und Liechtenstein in die Gebiete nrdlich des Bodensees. Diese so genannten “Schwabenkinder”, die daheim die blanke Not vom Tisch trieb, wanderten alljhrlich im zeitigen Frhjahr in regelrechten Kinderzgen, meist begleitet von einem Erwachsenen oder einem kundigen Fhrer, ber die oftmals noch schneebedeckten Alpenpsse zu den so genannten “Htekindermrkten” in Oberschwaben und im Allgu, wo sie an reiche Bauern vermittelt wurden.


Ein von der EU grenzbergreifend gefrdertes Projekt begibt sich nun auf die Spuren der kleinen Saisonarbeiter und verbindet die Herkunftsgebiete der Kinder aus dem Alpenraum mit deren ehemaligen Arbeitssttten in Oberschwaben und im Allgu. Partner des Projektes sind derzeit 31 Museen und Kultureinrichtungen in Oberschwaben, Vorarlberg, Tirol, Graubnden, Liechtenstein und Sdtirol. Als verbindendes Element hierzu werden die historischen Wege der Schwabengnger als Themenwanderwege ausgewiesen. Auf den teils beschwerlichen Routen der Schwabenkinder fhren diese ber die Alpen nach Oberschwaben und laden zum Nachwandern ein. Dafr wurden spezielle Wanderfhrer aufgelegt. Autor dieser “Wanderlesebchlein” ist Elmar Bereuter, aus seiner Feder stammt der Bestseller-Roman Die Schwabenkinder, der auch als Vorlage fr einen preisgekrnten TV-Film mit Tobias Moretti in der Hauptrolle diente.


Groes Kino unter historischem Geblk


Das fr dieses Geschichtsprojekt federfhrende Bauernhaus-Museum im baden-wrttembergischen Wolfegg setzt sich in einer interaktiven Dauerausstellung mit diesem sozialgeschichtlichen Phnomen der ber 300 Jahre andauernden “Schwabengngerei” auseinander. Seit Frhjahr letzten Jahres werden hier die jngsten Ergebnisse der mehrjhrigen Forschungsarbeiten prsentiert.


In vier Ausstellungskuben – Heimat, Weg, Markt und Alltag, wird das Phnomen dieser temporren Abwanderung ins Schwabenland thematisiert. Die Einbindung des Besuchers ist zentrales Element der Ausstellung. Via iPod, und der Biographie eines Schwabenkindes im “Gepck”, begibt sich der Besucher multimedial gefhrt, auf den Weg durch die Ausstellung. So werden die Schicksale personalisiert, vom Aufbruch in der Heimat, bis zum Arbeitsalltag auf einem oberschwbischen Hof, erlebbar. Sechzehn Biographien vermitteln auf diese Weise ein genauso bewegendes wie differenziertes Bild von der Lebenswirklichkeit der Schwabenkinder. So beginnt die eine im 17. Jh., die andere z.B. im 19. Jahrhundert. Ein Junge oder ein Mdchen, 13 Jahre oder 8 Jahre alt, jede Geschichte nimmt einen anderen Verlauf. Erst im Dialog mit anderen Ausstellungsbesuchern offenbart sich die vielschichtige Historie der Schwabenkinder. Die Biographien wurden von Kindern aus den Herkunftsgebieten der Schwabenkinder eingesprochen – alle im gleichen Alter wie die Schwabenkinder einst.


Zu sehen ist diese – mit einem international renommierten Preis bedachte Ausstellung, von Ende Mrz bis Anfang November. Weiterfhrende Informationen zu dem Projekt und der Ausstellung unter: www.schwabenkinder.eu


Pressekontakt:



Ernst H.R. Bttner
Projektkommunikation

T.+49(0)177 - 32 76 101
ernst.buettner@schwabenkinder.eu




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EU-Projekt widmet sich der Migrationsgeschichte aus dem Alpenraum /

Die Schwabenkinder – Arbeit in der Fremde (BILD)


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