Berlin (ots) – Die Deutsche Automatenwirtschaft weist erneut die Forderungen des Prsidenten des Deutschen Stdtetages, Nrnbergs OB Maly, nach weiteren rechtlichen Beschrnkungen des gewerblichen Automatenspiels scharf zurck. “Herr Maly beklagt eine Verschandelung der Stdte durch Spielhallen und weist die Verantwortung dafr der Automatenwirtschaft zu: Er zeigt dabei mit dem Finger auf die Wirtschaft, anstatt sich ehrlicherweise zur eigenen Verantwortlichkeit zu bekennen, so der Sprecher der Automatenwirtschaftsverbnde, Dirk Lamprecht. “Auch durch gebetsmhlenartige Wiederholung ndert sich der eigentliche Sachverhalt nicht: Der Prsident des Deutschen Stdtetages beklagt einen baulichen Zustand in den Kommunen, den diese durch Anwendung der seit 23 Jahren geltenden Baunutzungsverordnung und anderer Vorschriften lngst htten wirkungsvoll regeln knnen. Dies ist weder ‘extrem schwierig’ noch neu,” so Dirk Lamprecht weiter. “Es entsteht der Eindruck, die Kommunen seien der Ansiedlung von Vergngungssttten hilflos ausgeliefert – dabei erteilen die Kommunen selbst die entsprechenden Gewerbeerlaubnisse und Baugenehmigungen – und nicht der Spielhallenbetreiber.”
Wer eine Ausbreitung von Spielangeboten, wie Herr Maly, beklagt, muss sich als kommunaler Verantwortungstrger z.B. in der Nrnberger Sdstadt fragen lassen, wie es zu den dortigen Zustnden kommen konnte, wo dubiose Sportwettlden, umfunktionierte erlaubnisfreie Gaststtten (sog. “Cafe-Casinos”) und Kulturvereine offensichtlich ohne Einschreiten der Vollzugsbehrden ganz offen oder in Hinterzimmern ihren grauen oder schwarzen Geschften nachgehen knnen. Vom stdtebaulichen Gesamteindruck ganz zu schweigen. Die in den Verbnden der Automatenwirtschaft zusammengeschlossenen Unternehmen wehren sich als Ausbildungsbetriebe, die sich an Recht und Gesetz halten, dagegen als Prgelknaben missbraucht zu werden, um ordnungspolitisches und stadtplanerisches Versagen zu bemnteln.
Mit seiner Forderung, Geldspielgerte auch in konzessionierten Gaststtten komplett abzuschaffen, diffamiert der Prsident des Deutschen Stdtetages die Gastwirte. Mit seiner Verbotsforderung wirft er nmlich den Gastwirten vor, dass sie sich beim Betrieb von Geldspielgerten nicht an das Jugendschutzgesetz halten. Dieser Vorwurf geht an der Realitt vllig vorbei. “Ein Blick ins Internet zeigt, wo an der Steuer und den Jugendschutzgesetzen vorbei gespielt werden wird, wenn die Forderung von OB Maly Realitt wrde. Denn von Spielerschutz, den der Stdtetag fordert, ist im Internet keine Rede.” Die im Entwurf der Spielverordnung vorgesehene zustzliche Zugangsschwelle durch eine Spielerkarte erleichtert die wirksame Alterskontrolle durch den Gastwirt und verbessert den Jugendschutz. Prohibition hat brigens noch nie geholfen.
Lamprecht weiter: “Auch bei seinen Berechnungen der in Deutschland aufgestellten Spielgertezahl geht der Stdtetag wider besseres Wissen fehl: Denn 2006 wurden im Zuge der novellierten Spielverordnung ber 80.000 (!) Spielgerte, die mit Weiterspielmarken statt Bargeld betrieben wurden, ersatzlos abgebaut, um Missbrauch zu vermeiden. Diese Gerte wurden nach und nach in den Folgejahren durch zugelassene Geldgewinnspielgerte kompensiert. Die Menge der heute in Deutschland betriebenen Geldspielgerte entspricht etwa dem Stand von 2005.
Auch entspricht Malys Aussage, Hartz-IV-Empfnger verspielten ihren Regelsatz in nur einer Stunde am Automaten nicht den Tatsachen: gem 33c der Gewerbeordnung in Verbindung mit 11 ff. der Spielverordnung, betrgt die Summe der mglichen Verluste (Einstze abzglich Gewinne) im Verlauf einer Stunde durchschnittlich EUR 33,–, maximal 80,- EUR und in der Praxis EUR 10,89. Dies ist in 13 der Spielverordnung klar geregelt.
Die Zahl der pathologisch Spielenden liegt bundesweit seit Jahren unverndert zwischen 0,19 und 0,56 % der erwachsenen Bevlkerung – ganz unabhngig davon wie sich die Spielangebote verndern. Nur zwischen 30 und 50 Prozent entfallen davon auf das gewerbliche Geldspiel. Die Behauptung, dass Spielsucht weiter um sich greife, entbehrt damit jeglicher statistisch abgesicherten Grundlage. Richtig ist, dass sich die Zahl der wegen ihrer Spielprobleme Ratsuchenden in Hilfseinrichtungen vergrert hat. Auch wenn dies nur knapp 7.900 Personen waren, die ca. 0,1 Prozent unserer Spielkunden in Deutschland ausmachen, sehen wir die Steigerung der Beratungsnachfrage als einen Erfolg unserer Aufklrungs- und Informationskampagne an.
Die Automatenwirtschaft schult ihr Personal seit geraumer Zeit in der Frherkennung und Vermeidung von pathologischem Spielverhalten. Allein seit den letzten beiden Jahren haben mehr als 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewerblicher Spielsttten entsprechende Schulungen durchlaufen. Flankierend kommen Alters- und Zutrittsbeschrnkungen hinzu. Der vom Gesetzgeber erwnschte Effekt, Betroffene frhzeitiger in Hilfesystem zu leiten, schlgt sich deswegen erfreulicherweise auch in der steigenden Zahl der Nachfragen in den Beratungseinrichtungen nieder.
Die Branche hat den gesellschaftspolitischen Auftrag verstanden, das Bedrfnis nach Zufallsspielen in geordnete und sichere Bahnen zu kanalisieren und hat entsprechend enorme Anstrengungen zur Selbstregulierung und zur weiteren Verbesserung des Spielerschutzes unternommen, die sichtbar sozial erwnschte Frchte tragen. “Darauf knnen wir zu Recht stolz sein”, so Dirk Lamprecht, “und mssen uns nicht mit fadenscheinigen Behauptungen verunglimpfen und damit ins gesellschaftliche Abseits stellen lassen.” Vielmehr sei die Deutsche Automatenwirtschaft bereit, in enger Kooperation mit den Kommunalverwaltungen fr eine sozialvertrgliche Integration von Spielangeboten in den stdtischen Alltag zu sorgen.
Pressekontakt:
Dirk Lamprecht, Tel.: 030 24087760
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via Arne Ruhnau News http://arneruhnau.com/automatenwirtschaft-weist-forderungen-des-stadtetages-erneut-zuruck-ziel-bleibt-kooperation-statt-prohibition/
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